16. „Des Fichtelgebirg' isch scho was Tolles!”

Bohlenweg mit Blick auf den Fichtelsee
Fichtelsee (wunderschön!)

Fichtelsee


Verlauf der Etappe auf einer Karte nachschauen bei Literaturportal Bayern.

Badetag am Fichtelsee - keine Wanderung, am Montag, den 20. August 2012.

 

Schlaflos in Nagel


Die erste Nacht in Nagel war gleich schon mal schlecht. Ich sage nur: Kirchturmuhr. Jetzt merken wir es erst, dass wir in der Nähe einer Kirche wohnen. Dass wir darauf nicht aufgepasst haben, ich könnte mich in den A ... beißen. Mit dem Einschlafen habe ich riesige Probleme. Es gibt viele Nächte, in denen ich gar nicht schlafe, keine Minute, dauernd wach liege. Den letzten Rest gibt mir dann noch die Kirchturmuhr, wenn sie alle Viertelstunde schlägt, wie Zuhause in Hollfeld. Jetzt ist es hier genau so. Jede Viertelstunde muss ich innerlich mitzählen, bin wieder hell wach, ich werde noch wahnsinnig.


Als unser Vermieter uns nach der ersten Nacht fragt, erzählt ihm Peter von der Kirchturmuhr. Dem Vermieter ist es peinlich und er bietet uns Oropax an, aber die Dinger helfen mir nicht, ich höre trotzdem immer noch jedes leiseste Geräusch. Ich weiß auch nicht, warum man heute die lärmgeplagten Menschen immer noch mit Glockenschlägen malträtieren muss, die ganze Nacht hindurch. Wen interessiert es, wann es frühmorgens Viertel nach Vier ist? Habe in Hollfeld schon einmal versucht, etwas gegen die Turmuhr zu unternehmen, aber die sind taub auf dem Ohr. Na, dann.

Ich habe nichts gegen Morgen- und Abendgeläut, Sterbeläuten oder Festläuten, ich mag das, weil es unser Leben begleitet. Aber wenn ich so ein paar Nächte nicht schlafen kann, dann ist meine Energie am Ende und ich falle in ein tiefes Loch. Aber ich höre jetzt auf mit dem Thema, weil es mich selbst nervt.

 

Wir gehen baden

Es ist immer noch sehr heiß. Wir sagen uns: Schluss mit Wanderurlaub, machen wir Badeurlaub. Wo? Am Fichtelsee. Da fahren wir hin und ich habe keine Badesachen mit. Mist!

Wir finden ein schattiges Plätzchen am waldigen Ufer, in der Nähe des Waldhotels mit Seeterrasse, so können wir uns bei Bedarf fußläufig mit Essen und Trinken versorgen. Peter setzt sich ans Ufer und lässt seine Beine im Wasser baumeln. Es ist angenehm warm, gar nicht so eiskalt, wie Bergseen es meistens sind.

Hier in den Seen und Bächen hat das Wasser eine leicht bräunliche Färbung. Man könnte meinen, es sei schmutzig und unappetitlich, aber es hat mit der Moorlandschaft hier oben, dem Fichtelseemoor, zu tun. Es ist also sehr sauber.

Es dauert nicht lange, dann schläft Fidel wie ein Murmeltier, und wir tauchen ein in die Freuden dieses Naturfreibades.

 

Ganz großes Kino

Heute, am Montag - in Bayern sind noch Ferien - scheinen alle Omas und Opas mit ihren Enkeln baden zu gehen.

„Oma, guck‘ mal!“ ruft ein Kind vom nebenan liegenden Felsen.

Die Oma dann zum anderen Enkel: „Guck‘ mal Emil, wie der Jonathan springt!“

Plumps. Und Opa springt auch gleich hinterher. Schon schwimmen sie an uns vorbei.

Es dauert nicht lange, da kreuzen zwei Tretboote an unserem Ufer entlang. Hatschet, hatschet, hatschet ... ziehen die kleinen Schaufelräder durchs Wasser. Grillduft weht zu uns herüber, hinten haben sie eine Hängematte zwischen zwei Bäume gehängt, dafür ist das Wäldchenufer ideal, und ein Bollerwagen macht das Heranschleppen all dieser Freizeitutensilien möglich.


Jetzt kommt ein Tretboot mit Opa und Enkel vorbei, gefolgt von einem Opa mit Enkelin, während sich jetzt mitten auf dem See eine regelrechte Tretboot-Schlacht zusammenbraut. Zwei mit Jugendlichen vollbesetzte Boote steuern aufeinander zu, das hintere liegt verdächtig tief im Wasser. Es wird von Boot zu Boot gespritzt, Gekreische tönt über den See, immer mehr Boote gesellen sich hinzu, unsere Badenachbarn am Ufer verfolgen jetzt auch das Treiben mit Spannung, drei Entchen paddeln seelenruhig dazwischen. Dann kräuselt sich die Bootwolke langsam wieder auf und zwei Schlauchbootkajaks umkreisen das noch wellige Schlachtfeld. Einer der Kanuten sitzt so tief gebückt in seinem Boot, dass Peter bemerkt: „Der muss sich doch speien, wenn er am anderen Ufer ankommt, so wie der drin sitzt.“

Dann singt die Tretbootflotte: „Jetzt fahr‘n wir übern See, übern See. Jetzt fahr‘n wir übern See ...“

Hinter uns, auf dem Waldweg, latscht eine Familie zur Seeterrasse.

Ein Kind: „Ich würde schon ein Eis essen, wenn der Papa uns einlädt ... “ höre ich es plappern. Auch keine schlechte Strategie.


Nahebei fachsimpeln zwei Väter im tiefsten Sächsisch über ihre Arbeit.


Auf dem großen Felsen neben uns macht sich eine Horde halbstarker Jungs breit. Klar, die brauchen prominente Balzplätze. Aber wo sind nur die Mädels? Noch keine in Sicht. Ist gerade Flaute.


Jetzt ein Tretboot mit Familie. Hier übernehmen die Kinder für ihre Eltern den Fahrdienst, aber die Kinderbeinchen sind noch so kurz, dass sie kaum an die Pedale kommen. Außerdem hebt sich das Boot durch das größere Gewicht der hinten sitzenden Eltern vorne so in die Höhe, dass die Schaufelräder fast kein Wasser erreichen. Man kommt kaum vom Fleck, aber die Eltern sind begeistert.


Die Horde Jungs verzieht sich wieder, der Stein war ihnen zu heiß.


Am gegenüberliegenden Ufer macht einer einen Handstand im See, das mal gar nicht schlecht, die Beine stehen ganz schön lang über dem Wasser.


„Vaddi, hast du mahn Brotmesser?“ Bei den Sachsen gibt es Melonen.


Schwimmerinnen unterhalten sich im Wasser. Weil sie dabei brüllen müssen, versteht man sie bis ans Ufer.

„Ich hab‘ jetzt mein Gewicht so schön halten können. Da wurde ich aber vier- bis fünfmal zum Grillen eingeladen, da hatte ich gleich wieder zwei Kilo drauf ...“

Peter erklärt mir das Phänomen mit dem lauten Ton: „Das hat was mit der Reflektionsfläche des Wassers zu tun, das funktioniert wie ein Grenzflächenmikrofon.“ Aha.

Bei der Horde Jungs sind jetzt doch Mädchen aufgetaucht. Man geht ins Wasser.

Einer ruft: „Hier ist es tief!“

Der andere: „Lass mich raten, 1,20 Meter?“

Sie spielen Wasserball. Die ganze Horde gegen ein Mädchen. Sie ballern die Bälle extra an ihr vorbei. Die ersten Male schwimmt sie noch den Ball holen, dann schießt sie ihn scharf zurück und schreit: „Die nächsten baller isch eusch auch weg!“ Und trifft einen der Jungs direkt auf den Kopf.

„Au, der ging auf die Zwölf!“

Ein zweites Mädchen sitzt am Ufer: „Ist sehr unterhaltsam, eusch zuzugucken.“

Das Mädchen im Wasser feuert die Bälle immer noch ganz ordentlich zurück, dann haben die Jungs keinen Bock mehr und lassen den Ball wegtreiben.

Das Mädchen: „Beim Schwimmen kannst du wohl net schießen?“

„Doch, ich kann abklatschen!“

„Häh? Kannst du überhaupt schwimmen?“ frotzelt sie zurück.

„Klar, ich hab‘ sogar das Seepferdchen.“

„Das hammsen wieder abgenommen, als er dreimal abgesoffen ist!“ kommentiert einer aus der Horde.

Ach, das ist so schön. Nur nicht aufhören! Die Sonne wandert und aus unserem Schattenufer wird langsam ein Sonnenufer. Wir ziehen um, immer mehr vom Ufer weg. Da plaziert sich eine Familie an unseren alten Platz, mit den Söhnen Felix und Jean Paul. Ich lüge nicht!!! Der hieß tatsächlich so!
Und Jean Paul liest jetzt ein Buch! Ich vermute, dass sie Städter sind, weil sie sich sehr gewählt ausdrücken. Felix will nicht ins Wasser, es ist ihm zu braun.

„Vielleicht kommt das vom Hundekot,“ mutmaßt er, wohl weil er unseren Fidel sieht. Ich sage nichts. Dann geht die Mutter mit Felix zum Kinderplantsch-Einstieg am Seeufer. Ist nicht weit. Jean Paul unterhält sich währenddessen mit seinem Vater über Literatur. Ich verstehe nur Satzfetzen wie „Romane herausgeben“ und „in Druck gehen“. Papa liest dann auch.

Der Nachmittag geht zur Neige, die Ferienkullisse schiebt sich langsam hinter die Bühne, die Szene wechselt.

„Peter, was hältst du von einem Spaziergang um den See?“

„Wenn wir nachher noch mal auf ein Bierchen gehen?“

Bohlenweg am Fichtelsee
Bohlenweg am Fichtelsee

Mit dem Bier geht‘s flott, der See ist nicht groß, sage ich noch, aber dann dauert es doch ein bisschen länger. Zunächst kommen wir auf einen "Bretterweg", denn wir befinden uns hier in einem Hochmoorgebiet. Wie spannend, denke ich mir. Rechts und links neben des Weges erkennt man Moor, Wasser, Heide, Fichten. Man darf den Holzweg nicht verlassen, lese ich auf einem Schild. Man könnte jämmerlich untergehen, male ich mir angenehm gruselig aus und schon wird aus der Seeterrasse das Wirtshaus von Dartmoor ...

Den Bohlenweg durchs Moor darf man nicht verlassen!
Den Bohlenweg durchs Moor darf man nicht verlassen!

Oh, dieser Weg aus Holz, man nennt das richtigerweise Bohlenweg, macht mir Laune. Er gibt mir das Gefühl, durch gefährliches Gebiet zu laufen, und dass wir als Fußgänger nur hier auf diesem Weg sicher sind. Das fühlt sich wie ein Abenteuer an, obwohl gar keines da ist. Egal, ich mag das.

 

Schauriges Moor

Wir laufen hier gerade durch das Fichtelseemoor. Es ist das größte zusammenhängende und besterhaltene Moorgebiet Oberfrankens, das in früheren Zeiten noch viel größer war. An den tiefsten Stellen ist es 6 Meter.

Wie man sich das Moor zu Jean Pauls Zeiten vorstellen kann, beschreibt uns Th. Helfrecht.

 

Wir lesen es hier hier auf der 11. Tafel „Landschaft zu Jean Pauls Zeiten":

Sagenhafter Fichtelsee

Der Lehrer von Jean Paul Th. Helfrecht hat das Fichtelgebirge um 1800 Beschrieben. Es lässt Einblicke zu, wie sich die Landschaft seit dieser Zeit verändert hat.

„Jetzt ist der ganze sumpfige Platz, welcher über eine viertel Meile lang und an manchen Stellen fast so breit ist bis auf einen kleinen Raum von 80 Schritte im Umkreise, auf welchem aber auch selbst weicher Rasen, Binsen und andere Wassergewächsen sich ansetzen, mit Fichtenanfluge, schwankendem Rasen und Buschen überdeckt. Schon 1798 wagte ein Bayreuther, mit einem Wagen und zween Ochsen nicht weit vom offenen Platze in den Wald hinüber zu fahren ... Für Fußgänger sind Stangen hinüber gelegt. Weil einige Stellen noch unergründlichen Sumpf haben.“

Ein Motiv, das auch Jean Paul verwendet hat.
Dies stellt auch die geheime Militärkarte des Markgrafen Alexander dar.

Moore sind sehr alt! Geht man davon aus, dass die Torfmoose nur einen Millimeter im Jahr wachsen, kann man annehmen, dass das Moor hier mindestens 8 000 Jahre alt ist, gar auf die letzte Eizeit vor ca. 12 000 Jahren zurückzuführen ist. Was aber Jahrtausende brauchte, um zu wachsen, konnte dann im Folgenden innerhalb einiger Jahre zerstört werden.

Denn, um die nahe liegenden Eisenhammerwerke mit zusätzlicher Wasserkraft für die Antriebe der Hämmer zu versorgen, wurden um 1650 vom Hochmoor aus Gräben zum Ort Fichtelberg gezogen. Das Moor trocknete immer weiter ab und schrumpfte durch das Stechen von Torf für Brennmaterial. Um diese Entwicklung zu stoppen, legte man schon 1739 einen künstlichen Stauweiher an, daraus wurde heute schlussendlich der Fichtelsee, zwischen Ochsenkopf und Schneeberg gelegen, eingebettet in den Kaltluftsenken des Fichtelgebirges mit seinem hier ursprünglichen und so typischen Fichtenwald. Mehr bei Wikipedia.

Der Fichtelsee, zwischen dem Schneeberg und dem Ochsenkopf gelegen
Der Fichtelsee, zwischen dem Schneeberg und dem Ochsenkopf gelegen

Natürlich versuchte man weiterhin das wertvolle Moor zu retten. Die Entwässerungsgräben wurden geschlossen und der noch unversehrte ehemalige Moorbereich 1939 unter Naturschutz gestellt. Heute ist das Moor und seine Umgebung ein Naturwaldreservat. Kein Baum darf gefällt werden, die Natur bleibt sich selbst überlassen. Und tatsächlich, es entwickelt sich langsam eine neue Moorlandschaft, vor allem am nördlichen Ende des Sees, der Seelohe.

Es gibt auch wieder den Schwingrasen. Das sind Pflanzenteppiche, die sich an der Wasseroberfläche ohne festen Untergrund bilden. Sie sind sehr trittempfindlich und nicht tragfähig! Deshalb dürfen sie auf keinen Fall betreten werden! Deshalb der Bohlenweg.

Und überhaupt, hier leben seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen. Wie zum Beispiel Torfmoose. Sie speichern enorme Wassermengen - und wie gesagt, sie wachsen nur 1 Millimeter pro Jahr. Oder die Pflanze Sonnentau, sie frisst Insekten und kann so im lebensfeindlichen sauren Wasser und Boden überleben. Oder den Fichtenkreuzschnabel (oder www.deutsche-vogelstimmen.de/fichtenkreuzschnabel), der mit seinem gekreuzten Schnabel die Samen aus den Fichtenzapfen picken kann. Oder die so selten gewordenen Kreuzottern und den Moor-Spirkenwald, der den Latschenkiefern verwandt ist und typisch ist für süddeutsche Moore. Sogar Biber wurden wieder gesehen. Auch heißt es, dass ein elbisches Wesen, das „Moosweib“, zwischen Uferfichten und moosschwarzem Gehölz umher wandeln soll.

Das Moor, nicht Wasser, nicht Land, nicht See, nicht Wald. Schaurige Zwischenwelt, Lebensraum sonderlicher Wesen, nächtlicher Fallensteller, verführerischer Moosteppich, der einen in den Tod zieht und seine Geheimnisse auf ewig verbirgt. Ein Kosmos, nebelumhangen, voller schaurigem Geächz, Gesumm, Geknister, Gerausche, Donnergrollen und Stöhnen.

Die Sonne sinkt zum Horizont, Wiesen und Waldränder schimmern bläulich, die Luft ist lau und still.
Wir streifen den Jean Paul Brunnen und die Stationstafel 69:

Der Jean-Paul-Brunnen am Fichtelsee
Der Jean-Paul-Brunnen am Fichtelsee

Über den Fichtelsee

Gegenwärtig trägt man mich über den Fichtelsee und über zwei Stangen, die statt einer Brücke über diese bemooste Wüste bringen. Zwei Fehltritte der Gondelierer, die mich aufgeladen, versenken, wenn sie geschehen, einen Mann in den Fichtelsumpf.

Berge über Berge werden jetzo wie Götter aus der Erde steigen, die Gebirge werden ihre Arme länger ausstrecken und die Erde wird wie eine Sonne aufgehen und dann wird ihre weiten Strahlen wie ein Menschen-Blick verknüpfen und meine Seele wird unter ihrem Brennpunkt glühen.
In diesen Gegenden ist alles still, wie in erhabenen Menschen. Aber tiefer, in den Tälern, nahe an den Gräbern der Menschen steht der schwere Dunstkreis der Erde auf der einsinkenden Brust, zu ihnen nieder schleichen Wolken mit großen Tropfen und Blitzen, und drunten wohnt der Seufzer und der Schweiß. Ich komme auch wieder hinunter, und ich sehne mich zugleich hinab und hinauf.

Auf dem Fichtelgebirg, im Erntemond 1792, in: Die unsichtbare Loge (Vorredner)

Auf dem Jean-Paul-Weg, Stationstafel 69 "Über den Fichtelsee" am Fichtelsee
Auf dem Jean-Paul-Weg, Stationstafel 69 "Über den Fichtelsee" am Fichtelsee

Hier soll der Mensch so wenig wie möglich stören. Man darf nicht vom Wege abkommen, nichts pflücken, nicht zelten, kein Feuer machen und keinen Müll entsorgen. Aber schauen, promenieren, sich freuen, baden, Bootchen fahren, Späße machen, Schlittschuh laufen, Feste feiern, das ganze Jahr hindurch. Im Sommer das Sommerfest, im Winter die Waldweihnacht. Es gibt Liegewiesen rundherum, Kinderspielplätze und Sportflächen. Alles da. Ja, sogar Hunde dürfen dabei sein.

Der See ist heute fast 11 Hektar groß, ein Naturweiher, und schon mal bis 16 Meter tief. Das Wasser ist wegen des Moores hier sehr sauer und sorgt so für eine hohe Selbstreinigungskraft. Deshalb kommt das Moorbad ohne chemische Zusätze aus und ist sehr gesund. Nur - es ist ein wenig braun.

Wir spazieren langsam. Am Ende des Moorweges, am Seeufer, sitzt eine Familie aus Schwaben auf der Bank. Sie genießen die Ruhe. Im Vorbeigehen verstehe ich den Vater sagen: „Des Fichtelgebirg‘ isch scho was Tolles ...“

Abendstimmung am Fichtelsee
Abendstimmung am Fichtelsee

Ja, das haben wir auch entdeckt. Auf dieser Wanderung gab es bisher schon viele abenteuerliche Stationen, Felsen, Quellen, Seen und Moore. Familien, die mit Kindern hier Ferien machen wollen und wandern, im Fichtelgebirg‘ kann man es vorzüglich. Als Kind hätte mir das alles sehr gefallen.



P.S. Noch mehr Bohlenwege gibt es in der Beschreibung der nächsten Etappe.

P.P.S. Die Magie der Moore im Film

Jetzt schäme ich mich fast schon, das Kapitel „Moor“ so kurz abgehandelt zu haben. Wie der Zufall es will, kam gestern Abend auf arte die Kino-Dokumentation „Magie der Moore“ von Jan Haft.

Die Gesamtdauer des Films beträgt 91 Minuten. Ein wunderschönes, poetisches Werk, einfühlsam erzählt von Axel Milberg. 5 Jahre Drehzeit, 500 Drehtage, 80 Drehorte. Man staunt und wird demütig.

 

Soviel Fülle, Vollendung, Anmut und Sensibilität, an der wir nach dem satten Badetag vorbei liefen. Gewiss, vom Bohlenweg lässt sie sich so einfach nicht erkennen.
Den Sonnentau, zum Beispiel, (googeln Sie einfach Sonnentau - Bilder - wunderschön!) dessen leuchtend rote und klebrige, wie mit Zuckerwasser besprenkelte, Tentakel in der Sonne glitzern, sich bewegen, tänzeln und so Insekten in ihre Falle lockt. Nur der Schmetterling, das Federgeistchen (bei Wikipedia), kann sich ihm erwehren. Ihre Raupe lebt sogar vom Sonnentau, frisst die Tentakel.


Der Balztanz der Kreuzottern, das Zersprengen der Sporenkapseln ewig wachsender Moossprosse, das Dungmoos mit seinen gelben Schirmchen, das in unendlichen Facetten buntschimmernde Kaleisdoskop der Kleinstlebewesen. Erst durch die Kamera wird es für uns sichtbar und macht einen ganz still und denken, wie unendlich nichtig ist doch dagegen der Mensch.

P.P.P.S.  Die Kostbarkeit der Moore
Um den Klimawandel zu stoppen, brauchen wir die Moore dringendst!
Sie sind der größte Co2 Speicher, größer als jedes andere Ökosystem auf der Erde. Moore bedecken heute nur noch 3% der Landfläche der Erde, aber in ihnen sind 30% des CO2 dauerhaft gespeichert.

Das heißt im Klartext: Kauft keinen Torf! Auch nicht in der Pflanzenerde!

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