2. Wie viele Male ist er hier gelaufen?

Joditz - Unterkotzau (schöne Etappe)
Joditz - Unterkotzau (schöne Etappe)

Joditz - Unterkotzau


Verlauf der Etappe auf einer Karte nachschauen bei Literaturportal Bayern.

Das fängt ja heiter an

 

Peter schreit im Bad.In der körpernahen Dusche hat sein wohlgeformtes unteres Rückenteil beim Bücken nach der Shampooflasche wohl unbemerkt die Mischbatterie auf heiß verschoben. Der Lautstärke nach, heute auf sehr heiß. Ich kenne das „Fremde-Duschen-Schauspiel“ schon.

Frisch aufgebrüht haben wir heute schon mal die Wanderkarte vergessen und wir kamen erst um 12 Uhr in Joditz an. Dort parkten wir auf dem großen Platz an der Saalebrücke und suchten via Handy die Busverbindung für den Rückweg. Wir wollten im voraus wissen, wann und wo am besten unser Zielort sein sollte. Finden aber nichts. Ich schlage vor, dass wir notfalls immer noch ein Taxi nehmen könnten. Die gesamten Missgeschicke des Vormittages kippten wir dann einfach in die Saale und stiegen zuerst zum Jean-Paul-Felsen auf, der eigentlich nicht zum Weg gehört, sich aber auf jeden Fall lohnt.

 

Sehnsucht nach Zuhause


Des Dichters größter Genuss war es, mit verbundenen Augen auf Anhöhen zu steigen. So wollte er seine Vorfreude auf eine schöne Aussicht vergrößern, die gänzliche Überraschung des Blicks auskosten. Die Binde nannte er Augen-Schmachtriemen. 
„Wie ein Kinderherz, dem die Vorhänge und die Nachmitternacht das nahe Weihnachtsgeschenk verdecken, zog er auf dem Lustschiffe mit fester Binde dem nahen Himmelreiche entgegen“, beschreibt es Jean Paul in seinem imaginären Reiseführer durch die hesperischen Gefilde.

Ein bisschen war der Jean-Paul-Felsen für uns eine dieser hesperischen Aussichten. Das Wetter ist altweibersommerlich, warm und golden, der Platz im ersten Herbstlaub, ein paar silberschimmernde Birken und eine Bank auf dem Fels. Ganz wie Vult, eine Figur aus den „Flegeljahren“, blicken auch wir jetzt auf Joditz:
„... Es kam ihm aber vor, er habe es längst gesehen, der Strom um das Dorf, der Bach durch dasselbe, der am Flusse steil auffahrende Waldberg, die Birkeneinfassung und alles war ihm Heimat alter Bilder. Vielleicht hatte einmal der Traumgott vor ihm ein ähnliches Dörfchen aus Luft auf den Schlaf hin gebauet und es ihn durchschweben lassen.“ 

So lautet der Text der Tafel auf dem Jean-Paul-Felsen.

Auf dem Jean-Paul-Felsen oberhalb von Joditz
Auf dem Jean-Paul-Felsen oberhalb von Joditz

Laut Eberhard Schmidt ist diese Aussicht erst nach dem Sturm Kyrill wieder möglich, so hoch waren die Bäume zuvor gewachsen. Zu Jean Pauls Zeiten war der Baumbewuchs im allgemeinen nicht so üppig, so dass Felsen viel sichtbarer und freier in der Landschaft standen.

Jetzt freuen wir freuen uns auf den Weg entlang der Saale nach Hof. Wir starten an der Stationstafel 1 "Quersack auf dem Rücken".
Sie steht vor der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche S. Johannes im Dorf Joditz:

Quersack auf dem Rücken

 

Johann Paul Friedrich Richter - wie Jean Paul  bürgerlich hieß - wurde 1763 in Wunsiedel geboren. 1765 kam er nach Joditz.

 

Er wuchs in dem kleinen Dorf als Sohn des Pfarrers auf. Elf prägende Jahre - vom 2. bis 13. Lebensjahr - verbrachte er hier. Er nennt Joditz deshalb seinen „geistigen Geburtsort“.

In seiner Biographie beschreibt er diese Zeit als zwar ärmlich beengt, aber als die glücklichste Phase seines Lebens. Als Auenthal, Hukelum, Elterlein kommt der Ort in fast allen seine Romanen vor. Seinem Lehrer Knieling setzt Jean Paul in der Idylle „Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal“ ein literarisches Denkmal, das in die Weltliteratur eingegangen ist.

Zu den „Sommeridyllen“ zählt Jean Paul die wöchentlichen Gänge nach der Stadt Hof. „Mit einem passenden Quersack auf dem Rücken“ wanderte er zu den wohlhabenden Großeltern „um Fleisch und Kaffee und alles zu holen, was im Dorf entweder gar nicht zu haben war, oder doch nicht um den äußerst geringen Stadtpreis. Denn die Mutter gab ihm nur einige wenige Geldstücke mit - es sollte nämlich nicht alles hergeschenkt erscheinen -, damit seine Großmutter, spendend gegen Tochter und Enkel und nur kargend gegen die übrige Welt, den Quersack mit allem fülle, was etwan auf dem jedesmaligen Küchenzettel stand.“

Durchs Tal der Auen

 

Ein bisschen stellen wir uns alles hier als „Auenthal“ vor. Als Auenlandschaft voller Idyllen. Das Wort „Auenthal“ erinnert uns an J.R.Tolkiens „Auenland“, eine erfundene Welt des britischen Dichters. Sein Auenland ist ein grünes hügeliges Ländchen, das vom Zwergenvolk der kleinen Hobbits bewohnt wird. Und wie sollte es anders sein, auch die friedliebenden Hobbits tranken gerne Bier. Irgendwie scheinen liebliche Landschaften, Bier und friedvolle Wesen zusammen zu gehören.

Wie oft muss Hans Paul, wie er sich auch in seiner „Selberlebensbeschreibung“ nennt, diesen Weg gegangen sein? Wenn wöchentlich, dann vielleicht dreißigmal pro Jahr? Und das vier Jahre lang? Dann waren es über hundert Gänge nach Hof und zurück, sommers wie winters. Was beobachtet man da? Was prägt sich ein? Wie viele Gedanken denkt man und wieviele Selbstgespräche führt man unterwegs?
Menschen meines Alters kennen noch lange Schulwege, die zu Fuß zurück gelegt werden mussten. Da gab es keine Mutti mit Zweitwagen, die uns hätte fahren können. Aber wer weiß, vielleicht waren diese Wege Quell ganz besonderer Erlebnisse, die so am Aussterben sind? Was haben wir uns während des Laufens ausgemalt? Welche Tagträume wurden in allen Variationen ausgesponnen? Wie viel Zeit wurde vertrödelt, weil tausend kleine Ablenkungen rechts und links entdeckt werden mussten? Oder gab es zuviel Zeit, um Ängste vor Lehrern oder Mitschülern qualvoll langsam aufzutürmen? Es wird von allem etwas dabei gewesen sein.

Jean Paul erinnert sich - vielleicht sogar wie viele von uns es auch kennen - an ein Erlebnis auf seinem Weg durch das Saaletal in seiner „Selberlebensbeschreibung": „ ...eines Sommertags, wo ihn, da er auf der Rückkehr gegen zwei Uhr die sonnigen beglänzten Anhöhen und die ziehenden Wogen auf den Ährenfeldern und die Laufschatten der Wolken überblickte, ein noch unerlebtes gegenstandsloses Sehnen überfiel, das fast aus lauter Pein und wenig Lust gemischt und ein Wünschen ohne Erinnern war. Ach es war der ganze Mensch, der sich nach den himmlischen Gütern des Lebens sehnte, die noch unbezeichnet und farbelos im tiefen weiten Dunkel des Herzens lagen und welche sich unter den einfallenden Sonnenstreifen flüchtig erleuchteten. Es gibt eine Zeit der Sehnsucht, wo ihr Gegenstand noch keinen Namen trägt und sie nur sich selber zu nennen vermag.“

Sehnsucht. Der Weg vor uns ist ein breiter Schotterweg, der an hochgewachsenen Maisfeldern vorbei führt. Rechter Hand, über die Wiesen hinweg, kann man die Saale nur erahnen. Dann entdeckten wir am Wegesrand die „Schmidt-Bank“ auf Köppelschem Grund. Wir mussten über das Wortspiel schmunzeln, denn die Bank ist eine Stiftung des Jean-Paul-Museums (von Karin und Eberhard Schmidt) aus Joditz. Eine Anspielung auf „SchmidtBank“, einem ehemaligen privaten Geldinstitut aus Hof.

Von hier aus hat man wahrlich einen Auenblick, ganz so wie ein Herz es sich wünscht.

Weiter auf dem Weg, neben einer anderen Bank und unter einem Apfelbaum stehend, lesen wir 
die Stationstafel 2:

Unter den Menschen
und Borsdorfer Äpfeln sind nicht
die glattesten die besten, sondern
die rauhen mit einigen Warzen.

Man muß seine Ideen verwirklichen
sonst wuchert Unkraut darüber.
Man kann einen seligen, seligsten Tag
haben, ohne etwas anderes dazu zu
gebrauchen als blauen Himmel und grüne
Frühlingserde.

Jede Minute, Mensch,
sei dir ein volles Leben!
Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.

Jean Paul

Zur Wegzehrung bekommen wir hier von Jean Paul einen leckeren Apfel mit Warzen aus seinem blauen, grünen Paradies gereicht. Ist das nicht schön? Denken wir uns, und unser Tag ist schon selig. Neben der Stationstafel steht dann auch noch der Wegweiser zur nächsten kleinen Leben-voll-machenden Freude: der Fattigsmühle. Ein Ausflugsziel, das Familien, Wander-, Kletter- und Bierfreunde glücklich macht. Der Biergarten liegt ruhig unter großen Bäumen, zwischen Mühlhaus, Bauernhof, Hofladen und Gasthaus. Da seht auch noch ein alter Fendt ganz dicht bei den Bierbänken. Kinder staunen, Väter erklären, Omas müssen gucken kommen. Wir haben Ferien und das Bier von Meinel ist sehr süffig.

Über eine Holzbrücke geht es ein wenig trostlos auf Asphalt steil nach oben durch das Dorf Saalenstein. Ich habe Angst, dass der Weg meine romantische Vorstellung jetzt doch enttäuscht und ich frage mich, ob Jean Pauls Wanderungen nach Hof nicht durch poetischere Landschaft geführt haben müsste und man hier einfach den schöneren Weg übersehen hat? Heute haben wir die Antwort auf die Frage in Jean Pauls "Selberlebensbeschreibung" gefunden: „Der zweistündige Weg führte über gewöhnliche reizlose Gegenden, durch einen Wald, und darin über einen brausenden Fluss voll Felsstücke ...“ Aha! Da haben wir‘s. So war sein Weg tatsächlich.

Weiter Stationstafel 3:

Der Mensch braucht
bei den besten Flügeln seiner Phantasie
auch ein paar Stiefel für das Pflaster.

Ach, dem Menschen fehlen oft weniger
die Flügel als die Anhöhe auf der er den
Flug anfängt.

Heiterkeit oder Freudigkeit ist der Himmel
unter dem alles gedeiht.

Die Freude und das Lächeln
sind der Sommer des Lebens.

Jean Paul

Und jetzt geht es auch schon links wieder runter durch einen Wald zur Saale. Da ist wieder alles grün und gut. Meine Seele braucht Erquickung, um es mal so auszudrücken. Schon mein ganzes Leben war Natur oft das einzige, das mir Trost und Frieden gab. Ganz besonders wohltuend ist es, neben Bachläufen spazieren zu gehen, auf weichen, moosigen Pfaden. Bäche begleiten einen, mäandern wie das Leben, fließen immer auf ein Wiedersehen davon und kommen zum Gruße zurück. Ihr munteres Plätschern ist wie fröhliches Kindergeplapper, so heiter, wenn man Heiterkeit braucht und nicht findet.

 

Schauriges Saaletal

Eine dramatisch anmutende Brücke kündigt sich an, macht sich, zwischen den Bäumen sichtbar werdend, spannend. Es ist die Saalebrücke der Vogtlandautobahn A 72 von Hof nach Chemnitz. Bevor wir unter ihr hindurch laufen, gibt der Weg einen Blick auf die Saale frei. Da liegen sie, die Felsstücke im brausenden Fluss. Ein bisschen schwarzgrün und düster erscheint das enge Tal, von Brennesseln, Mädesüß und Springkraut, brusthoch bewachsen. Hinter dem steinernen Viadukt geht es über eine Holzbrücke zum anderen Ufer der Saale, zur Stationstafel 4 "Die Saale, unheimlicher Fluss":

Die Saale, unheimlicher Fluss

 

„Die Felsen drängen sich einander entgegen und wollen sich mit den Gipfeln berühren, und die Bäume darauf langen einander wirklich die Arme zu. Keine Farbe ist da als Grün und oben etwas Blau. Der Vogel singt und nistet und hüpft, nie gestört auf dem Boden, außer von mir. Kühle und Quellen wehen hier, kein Lüftchen kann herein. Ein ewiger dunkler Morgen ist da, jede Waldblume ist feucht, und der Morgenthau lebt bis zum Abendthau. So heimlich eingebauet, so sicher eingefasset ist das grüne Stillleben hier und ohne Band mit der Schöpfung als durch einige Sonnenstrahlen, die Mittags die stille Stelle an den allgewaltigen Himmel knüpfen. Sonderbar, daß gerade die Tiefe so einsam ist wie die Höhe.“ (aus Jean Paul „Flegeljahre)

Allmählich, wenn die Kirchturmuhr in Joditz zwölf schlägt, schwebt die weiße Frau, in Schleier gehüllt, vom Saalenstein herab zu den Saalewiesen. Wenn die Joditzer Kirche eins schlägt, kehrt sie zu den Trümmern der Burg Saalenstein zurück.
Um Mitternacht sah Pfarrer Richter, der Vater Jean Pauls, eine weiße Gestalt in die Nähe des Saaleufers schweben und dann auf sich zukommen.
Sein Hündchen sprang auf die Erscheinung zu und bellte sie an. Da beugte sich diese nieder, als ob sie das Tier liebkosen wollte. Nun hörte er einen jämmerlichen Wehlaut seines Hundes und der Geist schwebte zum Saalenstein zurück. Als das Hündlein trotz Pfeifens und Rufens nicht zurück kam, ging der Pfarrer mit Furcht und Zittern an die Stelle und fand seinen Wächter tot.

Saaletal zwischen Fattigsmühle und Unterkotzau, kurz vor dem Saalesteg
Saaletal zwischen Fattigsmühle und Unterkotzau, kurz vor dem Saalesteg

Es ist einem hier ein bisschen finster, ja genau so. Aber dann geht es heller weiter, wieder weg von der Saale, durch ein breites Tal. Links ein Waldhang, rechts große Wiesen und Brachen mit üppigen Wildkräutern. Reichlich Schafgarbe, Dost, Beifuß. Weidenröschen leuchten weithin pinkfarben. Mehr weiß ich nicht zu bestimmen, aber immer zu genießen, wie jedes in Ruhe gelassene Stück Natur.
Hier steht Stationstafel 5 "Am Ufer der Saale":

Am Ufer der Saale

 

„Der zweistündige Weg führte durch einen Wald, und darin über einen brausenden Fluss voll Felsstücke, bis endlich auf einer Felderhöhe die Stadt mit zwei Brüdertürmen und mit der Saale in der Talebene den begnügsamen kleinen Träger übermäßig überschüttete und ausfüllte.“


Selberlebensbeschreibung

Oh, der Text auf dieser Stationstafel ist justament der selbe wie der von mir o.g. Text aus der „Selberlebensbeschreibung“. Wiederholungen will ich natürlich vermeiden, deshalb vergleiche ich den Tafeltext mit dem Originaltext. Da fällt mir auf: auf der Stationstafel 5 fehlt der Teil: (Der zweistündige Weg führte) über gewöhnliche reizlose Gegenden, (durch einen Wald ...). Warum hat man das weggelassen? Literaturwissenschaftler sind doch so akribisch, was sie auch sein müssen. Kann man das nicht aushalten, dass der Dichter auch mal ein Stück des Weges gewöhnlich und reizlos findet? Oder wurde es übersehen? Schwer zu glauben.

Egal. Das reizlose Stück Weg und der brausende Fluss voll Felsstücke liegen nun hinter uns, das Tal öffnet sich immer weiter. Entgegen der Beschreibung Jean Pauls, sehen wir die Türme von Hof nicht, sondern nur erste Gebäude von Unterkotzau. Der Ort ist heute mit Hof nahezu zusammen gewachsen.

 

Denken an Heinrich

Im neben uns liegenden Waldstück laufen Menschen laut redend quer durchs Gehölz. Was machen die da? Ah, da sind Hunde dabei. Mir kommt sofort „Jagd“ in den Sinn. Da will ich weg, nicht nur gedanklich. Wir legen ein bisschen Tempo zu.
Dreihundert Meter weiter stoßen wir auf das Grab von Jean Pauls Bruder Heinrich mit der Stationstafel 6 "Brudergrab von Heinrich Richter". Sie steht unter Bäumen und Büschen, dazwischen liegen ein paar Findlinge. Der Text auf der Tafel zieht uns in Bann:

Brudergrab von Heinrich Richter (1770 - 1789), Bruder Jean Pauls

 



Heinrich Richter ertrank 1789 in der  Saale. Es konnte nicht erklärt werden, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelte. Die Meinung setzte sich durch, er habe aus Verzweiflung über die nicht endende Not der Familie seinem Leben ein Ende gesetzt. Als Selbstmörder wurde er in der Nähe des Fundortes begraben.



 

Heinrich Wirth schreibt in seiner Chronik von Hof:
„Ein Sohn des Pfarrers Richter von Schwarzenbach a.d. Saale (Bruder Jean Pauls) als Lehrling in einer Handlung dahier, ertrank bei der untern Brücke. Im Publikum herrschte die Meinung, daß Richter von einem hiesigen Rothgerber wegen einer geringfügigen Beleidigung vom Graben aus bis zur Brücke verfolgt, hier vom Letzteren ereilt und über diese hinabgestürzt worden sei. Den Hut des Unglücklichen fand am nächsten Morgen auf dem dünnen Eise und später den Leichnam bei Unterkotzau. Unterhalb dieses Dorfes an einem Felsen nächst dem Wege nach Isaar, ruht er im Grabe.

Jean Paul besuchte während seiner Abwesenheit dahier diesen Ort gar oft des Nachts mit einer Laterne, was Anfangs den Abergläubigen in Unterkotzau eine Veranlassung zu allerlei tollen Vermuthungen war.“

Wir haben kaum Ruhe zu lesen, denn die Gruppe mit den Hunden ist nun auf dem Weg hinter uns, und bleibt im Abstand stehen. Wahrscheinlich haben sie unseren im Gras sitzenden Fidel entdeckt. Sie leinen ihre Hunde an Schleppleinen und befehlen Sitz und Bleib. Die Gruppe scheint, so aufgestellt, auf etwas zu warten. Wir gucken und rätseln, lesen aber weiter. Warum gehen sie nicht einfach an uns vorbei? Der Text ist lang und wir lesen immer noch. Alles stört irgendwie. Ich stelle mich neben Fidel, halte ihn, wenn es das war, was sie wollten. Dann endlich überholen sie uns wutschnaubend und ohne zu grüßen.

Es braucht Zeit, bis wir uns wieder auf Jean Paul und auf diese doch etwas Dramatisches erzählende Station konzentrieren können. Wir fragen uns, ob die Grabstelle des Bruders Heinrich genau hier an diesem Ort ist, dort bei den Findlingen? Es gibt keinen Hinweis.

Stationstafel 6 an der Stelle, wo man den toten Heinrich gefunden haben soll
Stationstafel 6 an der Stelle, wo man den toten Heinrich gefunden haben soll

Das Schicksal des Bruders, dessen „Eisbergspitze“ wir hier nur in kurzen Sätzen wahrnehmen können, erschüttert mich. 
Mich erschüttert jeder Suizid. Heute gibt es dreimal so viele Suizide wie Verkehrstote. Über 10 000 jedes Jahr, davon mindestens drei auf Gleisen pro Tag. Jede Stunde ein Mensch, der aus dem Leben geht, weil er keinen Weg, keinen Menschen, kein Zuhause in dieser Welt mehr findet. Sich das Leben zu nehmen ist ein so großer Akt, das macht man nicht mal so oder aus Feigheit, wie manche immer noch meinen.

 

Armut - Diskriminierung - Depression - Suizid

Depressionen nehmen zu, aber nicht die Hilfe für Betroffene. Hingegen wird zur Minimierung von Verkehrstoten alles getan. Auch sind depressive Menschen nicht antriebsschwach. Das klingt so wie „faul“, so als ob sie letztendlich selber schuld an ihrem Zustand sind, weil sie ihren Arsch nicht hoch kriegen. Unendlich viele hochaktive Menschen haben sich aber das Leben genommen, wie Robert Enke, um nur einen zu nennen. Da scheint mir eher das Hilfesystem faul und antriebsschwach zu sein. Oder sie unterlassen die Hilfe. Nur weil zu teuer? Das wäre eigentlich strafbar zu nennen.

Ich weiß, dass mit Jean Paul das Thema Armut uns auf diesem Weg immer wieder begegnen wird und hier haben wir die dramatischste Zuspitzung des Leidens an Armut vor unseren Augen. Ein Mensch geht von dieser Erde, weil er den Ausschluss aus der Gesellschaft nicht mehr aushält. Ob Heinrich sich selbst das Leben nahm oder ob es Mord war, tut gar nichts mehr zu Sache. Er wurde, wie es heißt verfolgt, in die Ecke gedrängt, an die Wand gestellt.

 

Auch Gestorbene kann man noch mobben

Bis vor 30 Jahren, hielt man es mit „Selbstmördern“, wie man heute immer noch in diskriminierender Weise zu sagen pflegt, derart, dass, wenn man sie auch nicht mehr ausserhalb des Friedhofs zu beerdigen pflegt, so doch am Rand, an der Nordmauer des Gottesackers unter die Erde bringt. Auch glaubte man, und das nicht nur zu Jean Pauls Zeiten, dass diese Toten nicht tot seien, sondern weiter geistern und den Menschen Unheil bringen. Aber wer brachte hier eigentlich wem Unheil?

Man weiß heute, dass das Ausschließen aus einer Gemeinschaft, dem man heute den Namen Mobbing gibt, einer Todeserfahrung gleichkommt. Das ist ein Trauma, das tödlich enden kann. Heute leiden nicht nur die ewig Armen unter Armut - jenen sagt man ja nach, sie wollten einfach nicht aus ihrem Prekariat herauskommen, man könne sie deshalb auch liegen lassen - sondern zunehmend auch der gebildete und rege Mittelstand. Wie nahe sind wir da Jean Paul? Die Zeiten sind leider nicht besser geworden.

Wie tief muss der Schmerz der Familie gewesen sein, in der ganzen Misere auch noch Heinrich so jung und auf diese Weise verloren zu haben. Da kommt man eigentlich nicht mehr raus. Das ist ein Trauma, das schwere Depressionen auslöst. Die kriegt man nicht mehr bewältigt, sondern nur irgendwie bekämpft. Fragt sich nur wie lange?

 

Jean Pauls Fenster zum Tod

Jean Pauls Seele rang ums Überleben. Eine Todesvision, die er ein Jahr nach dem Tod seines Bruders in Schwarzenbach hatte, beschreibt Günter de Bruyn in „Das Leben des Jean Paul Richter“ beeindruckend:
Aus der Winkelschulmeisterzeit in Schwarzenbach ist folgender Vorgang überliefert: Die Wirtin betritt Richters Zimmer und findet ihn bleich, verstört am Fenster stehen. Sie spricht ihn an, doch er hört nicht. Erst beim dritten Mal reagiert er, erwacht wie aus Hypnose und dankt der Frau, weil sie ihn durch ihr Kommen vor dem Ausbruch des Wahnsinns gerettet habe. Das geschieht etwa zu der Zeit, als er 27 Jahre alt, an einem Novemberabend in sein Tagebuch schreibt: „Wichtigster Abend meines Lebens: denn ich empfand den Gedanken des Todes; daß es schlechterdings kein Unterschied ist, ob ich morgen oder in 30 Jahren sterbe, daß alle Plane und alles mir davonschwindet, und daß ich die armen Menschen lieben soll, die sobald mit ihrem bißgen Leben niedersinken ...“ Und später: „Ich vergesse den 15. November nie. Ich wünsche jedem Menschen einen 15. November. Ich empfand, daß es einen Tod gebe ... An jenem Abend drängte ich vor mein künftiges Sterbebette ... sah mich mit der hängenden Totenhand, mit dem eingestürzten Krankengesicht, mit dem Marmorauge - ich hörte meine kämpfenden Phantasien in der letzten Nacht ...“ Die Todesvision kommt nicht unvermutet. Sie hat sich angekündigt. Sie ist der Tiefpunkt einer schon andauernden Krise. Wendepunkt ist sie nur dadurch, daß Richter bewußt wird, was mit ihm vorgeht. Die Tagebuchnotiz enthält so etwas wie ein künftiges Programm: „ ... und daß ich die armen Menschen lieben soll“.

(Hier der vollständige Text Jean Pauls Todesvision)

Jean Paul selbst starb an einem 14. November.

 

Heute noch kein Grab für Heinrich?


Wir haben hier keinen Grabstein für Heinrich Richter gefunden. Das nagt unterschwellig an jedem, der mit Depressionen zu kämpfen hat. Und wer hat das heute nicht? Auch ich, die freiberuflich arbeitet und seit Jahrzehnten Monat für Monat um die nackte Existenz kämpfen muss, weiß, was dieser Druck mit einem macht. Man hat eine im Dunkeln brodelnde, permanente, einen völlig überwältigende Angst, als Versager/in bloßgestellt zu werden.

Findlinge am Brudergrab
Findlinge am Brudergrab

Aber jetzt wollen wir uns trollen, jetzt wollen wir glücklich in den Tag laufen, entspannen, den Weg genießen! Genießen, darum sind wir hierher gekommen. Von dir Natur, wollen wir überschüttet und ausgefüllt werden. So sehr sehnen wir uns danach.

Nicht mehr weit bis Unterkotzau. Ein paar dunkle Wolken ziehen am Himmel, aber es bleibt stabil. Es ist später Nachmittag und wir haben Hunger und Durst. In diesem Örtchen muss es doch was geben. Der Weg führt uns wieder über die Saale und hier bei der Brücke finden wir die Stationstafel 7 "Ach! Ich freß' ihn lieber selber ...":

Ach! Ich freß' ihn lieber selber ...

 

In Joditz hatte Jean Paul seine erste große Liebe. Es war die Nachbarstochter Augustine Römer, ein „blauäugiges Bauernmädchen mit eirundem Gesicht und einigen Blatternarben“. Seiner Angebeteten kaufte er in Hof auf dem Markt einen Pfefferkuchen. Auf dem Heimweg wurde „die süße Votiv-Tafel alle Viertelstunde aus der Tasche gehoben, um zu sehen, ob sie noch viereckig sei?“ Bei diesem Beweis durch Augenschein, den er führte, brach er immer wenige und unbedeutende Mandeln aus dem Kuchen ... biss sauber die vier rechten Winkel ab und machte ein Acht-Eck, ein Sechzehn-Eck ... er tat schließlich einen Sprung und sagte: „Ach! ich fress‘ ihn selber“ und weg war der Lebkuchen. Beim nächsten Hofgang kaufte der Pfarrersfritz in weiser Voraussicht zwei Lebkuchen: einen für sich als Wegzehrung und einen für Augusta als Liebesgabe.


„Ich halt‘ es für schwer, einer Geliebten einen Pfefferkuchen zu schenken, weil man ihn oft kurz vor der Schenkung selber verzehrt.“

 

Schulmeisterlein Wutz

Wir kennen das Geschichtchen schon von Eberhard Schmidt, aber Geschichtchen kann man immer wieder hören, vor allem solche. Wie herzig stellen wir uns wieder mal die Liebesgeschichte zwischen Augustine und Jean Paul vor. Ach, wir wollen sie uns weiterspinnen! Gab es einen ersten Kuss? Warum kamen sie nicht zueinander? Wir wissen ja von Eberhard Schmidt, dass Jean Paul eine andere, Caroline Mayer, geheiratet hat. Was stand zwischen dem kleinen Fritz und Augustine? Die Eltern? Geld? Eine andere Liebe? War schlicht der Umzug der Familie nach Schwarzenbach der Grund, warum sie nie ein Paar wurden? Hatte Augustine gewartet? Lange gewartet? Heimlich gewartet? Wurde Augustine später glücklich? Als er berühmt war und endlich ein Einkommen hatte, war da die Kluft zur Bauerntochter zu groß? Wir seufzen.

 

Wie der junge Johann Paul liebte ...

 

Heute finde ich einen Abschnitt in Jean Pauls "Selberlebensbeschreibung" über seine Gefühle zur nachbarlichen Bauerntochter und der ist wie ein kleiner Keks:
„Auch ist es nicht zu verachten, dass er ... nach der Kirche und vor dem Essen zu den Fronbauern der Woche das gesetzmäßige Halbpfund Brot samt Geld austragen durfte, erstlich, weil der Vater das Brot lieber zu groß und also den Bauern eine Freude schickte, zweitens, weil Kinder gern eine ins Haus tragen, am meisten Paul. Zuweilen hatt‘ er auch dem Fronbauer Römer (Augustines Vater) den Ausschnitt Brotlaib zuzutragen; und er sah sich um nach seiner Kirchen- und Herzenheiligen - aber immer vergeblich; denn in seiner Prospektmalerei von Liebe machten doch zehn Schritte mehr oder weniger etwas; und gesetzt, er hätte etwan durch eine besondere Glückgöttin nur einen halben Schritt weit vor ihr gestanden! - Aber ich gebe - denn er hätte dann vollends auch hörbar gesprochen - nicht einmal einen Wink von solcher ausgebliebenen Seligkeit.“
Allein nahe bei ihr zu sein! Ach, wie süß!

 

Begegnung mit der Brauerei Falter

 

Wir fragen Passanten nach dem nächsten Gasthaus.  Man nennt uns die ehemalige Brauerei Falter, hundert Meter links vom Jean-Paul-Weg abzweigend, zurück in Richtung Joditz. Peter erinnert sich. „Da haben wir doch das Vollmondbier gedreht, weißt du noch?“  Ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass das in Unterkotzau war. Es ist ja auch fast 16 Jahre her, dass wir für die Deutsche Welle einen TV-Beitrag über das Vollmondbier der Falterbräu gedreht hatten. Aber da erkenne ich den Innenhof wieder und durch die großen Fenster das Sudhaus mit den Kupferkesseln. Wir müssen lachen. Das war eine unserer lustigsten Dreharbeiten.

Damals kämpfte die Falterbräu schon ums Überleben, wie so viele der kleinen Brauereien in der gesamten Region. Da war das Vollmondbier ein hoffnungsvoller Marketingeinfall. Vollmondbier, das heißt, das Bier wurde bei Vollmond gebraut, abgefüllt und nur bei Vollmond ausgeschenkt. Es war ein dunkelbraunes, süffiges Bier mit etwas höherem Alkoholgehalt. In diesem Getränk sollten vor allem die magischen Kräfte des Mondes zur Wirkung kommen. Den Haarwuchs fördern und die Liebeskräfte verjüngen. Da wir damals einen sehr langhaarigen Praktikanten hatten - und - eine betagte, zu allen Späßen aufgelegte Nachbarin, entschlossen wir uns kurzerhand, eine Szene zur Veranschaulichung jener besonderen Wirkungen zu produzieren. Auf unserer großen Terrasse ließen wir nächtens unseren Praktikanten mit Nachbarin Johanna (Nachtrag 2016: Johanna lebt noch und ist mindestens 1o5 Jahre alt!) tanzen, jauchzen und feixen. Im Hintergrund mimte ein großer Scheinwerfer den Vollmond. Das ganze wurde ein prächtiges Stückchen und wir lachten uns beim Schneiden des Films schon kaputt. Getoppt wurde das Ganze aber von Brauereibesitzer Werner Falter und seinem Freund Walter S., der zur Unterstützung des ganzen Vorhabens angereist war. Wir kamen also Samstagmorgen mit Team und Technik bei den Falters an. Diese begrüßten uns überherzlich und luden uns schon mal gleich zum Bier ein. Wir lehnten höflich ab, denn wir mussten ja die Geschichte in den Kasten bringen, was ein paar Stunden dauern konnte, besonders, wenn man große Räume auszuleuchten hatte.

 

Die fränkischen Biere haben einfach eine besondere Wirkung!


„Nach dem Dreh kommen wir gerne darauf zurück,“ sagten wir noch und verschwanden mit dem Braumeister S. im Sudhaus. Wir ahnten aber, dass noch einiges auf zu kommen würde, weil sie schon mehrere Kästen Bier im Wohnzimmer „gelagert“ hatten. Irgendwie schien Braumeister S. auch schon vom guten Trunk gekostet zu haben, denn beim Interview neben den Sudkesseln verstand ich ihn überhaupt nicht, fragte noch mal und noch mal, in der Hoffnung, dass das leichte Lallen besser werden würde, denn man müsste ihn ja weltweit verstehen können.
Es war vergebens. Irgendwie schlingerten wir uns dann durch den ganzen Bier-Produktionsprozess, immer eine Vollmond-Stimmung nachinszenierend.
Abends wurden wir dann reichlich bewirtet und beim Mahl merkten wir, dass Werner Falter und sein Freund Walter S. schon einiges der Vollmondbier-Vorräte verzehrt hatten. Die Stimmung war grandios und ich nutzte die Gunst der Stunde, die beiden Freunde zu fragen, ob sie nicht als Statisten im Film auftreten wollten, um zu zeigen, wie fabelhaft das Bier wirke. Nichts taten sie lieber als das. Heraus kam ein so charmantes Schlussbild wie selten. Werner Falter und Walter S. lagen sich bierselig in den Armen, sangen glückstrunken und die Bierkrüge schwenkend „ ... gar lustig ist die Jägerei, all hier auf grüner Heid‘, all hier auf grüner Heid!“

 

Gut versorgt wieder nach Hause

Mitte 2008 wurde der Brauereibetrieb allerdings aus gesundheitlichen Gründen eingestellt, die Mitarbeiter von der Hofer Brauerei Scherdel übernommen. Im Brauereigebäude am Saaleufer in Unterkotzau gibt es nun die Erlebnisgastronomie „Magische 8”. Sie steht für leckeres Essen und für Billard auf höchstem Niveau, heißt es im Prospekt. Das Lokal hat also auch einen Billardsaal.

 

Das Restaurant ist freundlich und sehr gemütlich! Wir waren mit unseren Rücksäcken und Pudel Fidel herzlich willkommen. Draussen regnete es jetzt doch ordentlich. Wir beschlossen, die Etappe für heute zu beenden. Bis wir wieder beim Auto sind, eingekauft haben und zurück in die Ferienwohnung gefahren sind, wird es sonst zu spät. Glücklicherweise lag die nächste Bushaltestelle gleich hinter dem Gasthaus und eine halbe Stunde später saßen wir schon im Bus nach Joditz. So konnten wir uns Taxi und teures Geld für heute sparen.

Glückliche Busreisende, zurück nach Joditz
Glückliche Busreisende, zurück nach Joditz

Zurück in der Ferienwohnung fragt mich unsere Vermieterin: „Haben sie Lust mit zur einer Hauptprobe auf die Luisenburg zu fahren? Bei mir wohnen während der Festspiele immer Mitarbeiter der Freilichtbühne. Ich hab‘ Karten von denen!“

Dann schwärmt sie, wie schön es da sei und dass es heuer die letzte Gelegenheit wäre. Ich konnte nicht, wegen Fidel. Als der Weg uns später an der Luisenburg vorbei führt, fing meine Reue an. Ich Trottel hätte mitfahren sollen, muss ich heute sagen. Peter wäre ja mit dem Pudelchen zuhause geblieben.

 

Die erste Begegnung mit der Flaschenbierschwägerin

Zum Abendessen gab es Fischstäbchen mit Mampe und Salat. Man wird ziemlich hungrig beim Wandern, so stopften wir drei uns die Bäuche voll bis der Nabel glänzte. Leider frisst Fidel heute nicht. Ich mache mir Sorgen und frage mich, ob es nicht doch zu viel für den 13 Jahre alten Pudel wird. Wir werden sehen. Peter war noch in der Flaschenbierhandlung, hielt ein erstes Pläuschlein mit der Schwägerin (der Vermieter) und brachte unter anderem auch das Jean-Paul-Bier (sie spricht es - hartnäckig auch nach drei Wochen - Jeehaan-Paul-Bier aus und nennt uns auch die Jeehaan-Paul-Wanderer) der Lang-Bräu aus Schönbrunn mit. Es schmeckte mir vortrefflich und wir schlummerten tief und fest.

Jean Paul Bier der Brauerei Lang
Jean Paul Bier der Brauerei Lang

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